Stadtkino Trostberg

Heinrich-Braun-Straße 1

83308 Trostberg

08621-508 46 32

 

Das Programmkino im

Landkreis Traunstein

Entfernungen

von Trostberg nach:

Waging ca. 19 km

Seebruck ca. 15 km 

Seeon ca. 11 km 

Garching ca. 12 km 

Traunstein ca. 22 km

Schaitsee ca. 17 Km

Truchtlaching ca. 13 km

Das Kino in Trostberg

Info zum Film

Borg / McEnroe

 

Schweden, Dänemark 2017, Spielfilm, 108 Minuten, o.A. (ohne Altersbeschränkung)
Regie: Janus Metz Pedersen mit Shia LaBeouf, Sverrir Gudnason, Stellan Skarsgård

 

In "Borg/McEnroe" rückt der dänische Dokuspezialist Janus Metz ("Armadillo") die Sportler in den Mittelpunkt, ihre Zweifel und Ambitionen, ihre inneren Kämpfe und den Antrieb, an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit zu gehen und sich selbst immer wieder übertreffen - die Angst des Tennis-Asses vor dem vergebenen Matchball.

Er ist dabei nicht ganz ein "Wie ein wilder Stier" für das Tennis geworden, dafür ist der Sport an sich vermutlich zu zerebral. Aber mit seinen gelungenen intuitiven Schnittfolgen lässt "Borg/McEnroe" den Zuschauer doch ganz unmittelbar teilhaben am Innenleben von Björn Borg, der immer kühle, immer coole Eis-Borg, zum Zeitpunkt der Handlung vierfacher Wimbledon-Champion, ein zu stark nach innen gekehrter Typ, der so sehr mit sich und seinem zwanghaften Streben nach Perfektion hadert, dass er manchmal wirkt wie Kurt Cobain. Smells Like Tennis Spirit. Der schwedische Schauspieler Sverrir Gudnason ist perfekt in der Rolle. Obwohl er bereits 38 ist, sieht er nicht nur aus wie der 24-jährige Borg, er bewegt sich auch so, auch auf dem Platz: eine gewaltige Leistung. Ein Bild für die Ewigkeit gelingt ihm gleich zu Beginn des Films, wenn Borg auf den Balkon seiner Wohnung in Monte Carlo tritt, den Blick über die Cote d'Azur schweifen lässt und dann seine Liegestütze auf dem Geländer absolviert, ein Tanz auf der Rasierklinge regelrecht.

Die Darstellung von John McEnroe, Borgs ebenso genialischer wie wilder Herausforderer, der ihm die Tenniskrone streitig machen will, ist nicht ganz so perfekt. Gerade das Stuntcasting dieses unberechenbaren Instinktsportlers, der wegen seines unflätigen Verhaltens auf dem Platz mehr Schlagzeilen macht als mit seiner unkonventionellen Technik und seines einzigartigen Ballgefühls, mit Shia LaBeouf - der Bad Boy Hollywoods spielt den Bad Boy des Tennis - erweist sich problematisch, weil er zum einen sichtbar zu alt ist für den Part des 20-jährigen McEnroe und zum anderen, wie der Film auch, nicht richtig interessiert an seiner Figur scheint. Aber dann treten die beiden Kontrahenten auf den Center Court von Wimbledon, um ihr legendäres Fünf-Satz-Finale von 1980 zu spielen, und man ist doch mitten drin im Krimi, weil es zu diesem Zeitpunkt dann nur mehr die beiden gibt und ihren Zweikampf. Und da ist dann Tennis das Spannendste, was man sich vorstellen kann.