Stadtkino Trostberg

Heinrich-Braun-Straße 1

83308 Trostberg

08621-508 46 32

 

Das Programmkino im

Landkreis Traunstein

Entfernungen

von Trostberg nach:

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Seebruck ca. 15 km 

Seeon ca. 11 km 

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Traunstein ca. 22 km

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Truchtlaching ca. 13 km

Das Kino in Trostberg

Info zum Film

Das Mädchen aus dem Norden

 

USA 2017, Spielfilm, 120 Minuten, ab 12 Jahren
Regie: Craig Gillespie, mit Margot Robbie, Sebastian Stan, Allison Janney

 

Craig Gillespie erzählt die Lebensgeschichte der notorischen Eistänzerin Tonya Harding als schwarze Komödie mit Haken und Ösen.

Als Margot Robbie 2013 erstmals in Erscheinung trat in Martin Scorseses "Wolf of Wall Street" als Trophy-Wife von Leonardo DiCaprios Aktienzocker Jordan Belfort, hätte man geneigt sein können, sie als bloßes Eye-Candy abzutun: Sie sah einfach zu verdammt gut aus, um wirklich eine ambitionierte Schauspielerin zu sein. Fünf Jahre später ist man(n) eines Besseren belehrt: Die Robbie kann spielen. Und wie. Und wird zu Recht gefeiert für ihre Darstellung der notorischen Eiskunstläuferin Tonya Harding in Craig Gillespies bislang besten Film. Der Regisseur, der vor zehn Jahren mit "Lars und die Frauen" vielversprechend gestartet war und seither nach einem Stoff suchte, der seiner schrägen Erzählsensibilität entspricht, hat sich getraut, diese eigentlich zutiefst tragische Geschichte einer jungen Frau, die Zeit ihrer Kindheit von ihrer dominanten Mutter missbraucht wurde und ihr erst entkommen kann, als sie sich in einen Mann verliebt und ihn heiratet, der sie ebenfalls missbraucht, als pechschwarze Komödie zu erzählen.

Aber er macht es so geschickt, dass der Humor nicht verniedlicht und schon gar nichts entschuldigt, sondernden den nötigen Puffer erzeugt, damit man die Szenen einer White-Trash-Ehe überhaupt ertragen kann. In einer Art "Rashomon"-Struktur erhalten alle Beteiligten die Chance, in die Kamera ihre Sicht der Dinge zu erzählen, während sich die Handlung zuspitzt hin zu dem Moment, an dem zwei Bekannte von Hardings Ehemann ihre Konkurrentin Nancy Kerrigan mit einem Polizeiknüppel so schwer an den Knien verletzen, dass sie monatelang pausieren muss. Es ist eine Sequenz wie aus einem Film aus einem Film der Coen-Brüder, eine Art Slapstick des nackten Schreckens.

Alldieweil hält "I, Tonya" bedingungslos zu seiner Titelheldin, so makelhaft und brüsk und unsympathisch manchmal auch sein mag. Harding, wie sie von Robbie in einer Darstellung gespielt wird, die wohl am ehesten mit Charlize Theron in "Monster" zu vergleichen ist, ist weit davon, als Heilige dargestellt zu werden. Sie ist laut, aggressiv, unangenehm, unflätig, aber Craig Gillespie gibt der von den Boulevardblättern geteerten und gefederten und an den Pranger gestellten Frau ihre Würde zurück - und er stellt sie nicht als Opfer dar. Das war sie im eigenen Leben lang genug. Und eben auch Margot Robbie sieht man nach diesem wilden, nach allen Seiten austeilenden Film mit anderen Augen, nicht mehr nur als die blonde Sexbombe, sondern als Schauspielerin, die sich mit ihrer Leistung nicht neben Saoirse Ronan, Sally Hawkins oder Frances McDormand zu verstecken braucht in einem guten Jahr für Frauenrollen. Wobei man übrigens auch die gewohnt großartige Allison Janney als Tonya Hardings Mutter nennen muss, jetzt schon eines der legendären Muttermonster der Filmgeschichte - "Mommie Dearest" lässt grüßen.